Dettendorfer klärt in der Grundschule über "Toten Winkel" auf

Eine Situation, wie sie wohl jeder Radfahrer schon einmal erlebt hat: Vor einer Ampel staut sich der Verkehr, links neben ihm steht ein 40-Tonner LKW, der nach rechts abbiegen will. Leider kann der LKW-Fahrer aber nicht alles beobachten, was sich neben und hinter seinem Fahrzeug abspielt. Der Grund dafür ist der "Tote Winkel". Eine Fläche, die für den Fahrer trotz Rückspiegel konstruktionsbedingt nicht vollständig einsehbar ist. Bei einer Kurvenfahrt legen die Hinterräder einen kürzeren Weg als die Vorderräder zurück. Dadurch rollen die Vorderräder auf einer anderen Spur als die Hinterräder, sodass der hintere Teil des LKW den Radfahrer erfassen kann. Wenn nun der LKW anfährt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass der Radfahrer zu Fall gebracht, mitgeschleift oder gar überrollt wird. 

"Daher ist es wichtig, dass bereits die Jüngsten von uns solche Gefahrensituationen kennenlernen, um sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten", sagte Georg Dettendorfer, Geschäftsführer der Johann Dettendorfer Spedition, Chef von 191 Zugmaschinen und 411 Aufliegern, bei seinem Besuch in der Nußdorfer Grundschule. Der "Tote Winkel" sei deutlich größer als angenommen, erklärte Georg Dettendorfer und demonstrierte, welche eingeschränkten Sichtverhältnisse der Lenker eines Schwerfahrzeuges von seinem Fahrersitz aus hat. Dazu brachte er einen Sattelzug mit, in dessen Führerhaus die Schüler die Position des Fahrzeugführers einnehmen durften. Groß war die Erkenntnis, als plötzlich Mitschüler vor oder hinter dem LKW nicht mehr sichtbar waren oder gleich mehrere Schüler im "Toten Winkel" verschwunden sind. So lernten die Viertklässler zum Beispiel, wie sie durch Blickkontakt feststellen können, ob sie sich im "Toten Winkel" befinden und wie sie sich zu verhalten haben, um vor allem den gefährlichen Hinterrädern aus dem Weg zu gehen. Ziel des Projektes war es, die Schüler für die Gefahrensituation zu sensibilisieren und ihnen Tipps auf den Weg zu geben, damit Unfälle in Zukunft vermieden werden können. Für die Kinder eine willkommene Abwechslung im Stundenplan mit "Aha-Effekt", die allerdings auch recht nachdenklich machte.